Der Lernort Lebendige Landwirtschaft erweitert sein Programm

Auf Hof Luna in Everode werden schon seit bald 10 Jahren am Lernort Lebendige Landwirtschaft die unterschiedlichsten Umwelt-Bildungsformate angeboten. Der vielseitige Landwirtschaftsbetrieb mit alten Nutztierrassen, artenreichem Acker- und Grünland sowie zahlreichen Landschaftselementen verbindet ökologische Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung und Naturschutz miteinander und bietet damit einen praxisnahen Lern- und Erfahrungsraum für Menschen jeden Alters. Von Tagesworkshops bis zu mehrwöchigen Kursprogrammen, von der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte bis zur gärtnerischen Selbstversorgung ist für viele Interessierte etwas dabei.

Nun startet der Lernort mit dem Projekt „Vom Wissen zum Handeln – Bildungsimpulse für die Landwirtschaft in Niedersachsen“ ein neues bauernhofpädagogisches Programm. Das vom Landesministerium für Landwirtschaft geförderte Projekt umfasst 10 Tagesangebote für Familien mit Kindern und 6 Seminartage für interessiertes Fachpublikum.

Bei den Angeboten für Familien werden mit spielerischer Freude landwirtschaftliche Themen erfahrbar gemacht. Kinder und ihre Begleitpersonen erhalten die Möglichkeit, Landwirtschaft mit allen Sinnen kennenzulernen, eigene Erfahrungen auf dem Bauernhof zu sammeln und Zusammenhänge zwischen Lebensmitteln, Natur und landwirtschaftlicher Arbeit zu entdecken. Dabei stehen praktische Aktivitäten, gemeinsames Ausprobieren und unmittelbare Begegnungen mit Tieren, Pflanzen und landwirtschaftlichen Produkten im Vordergrund. Ziel ist es, Wissen über die Herkunft unserer Lebensmittel zu vermitteln und gleichzeitig die Wertschätzung für Landwirtschaft und Natur zu stärken.

Termine und Themen für Familien:

  • 16.08.26 Ähre, Mehl und Brot
  • 13.09.26 Jetzt geht´s um die Milch
  • 01.11.26 Von Apfel und Saft
  • 22.11.26 Filzen im Schafstall
  • 13.12.26 Advent im Stroh

Weitere Themen im kommenden Jahr: Jetzt geht´s um die Milch II, Vom Huhn zum Ei, Wo die Bienen summen, Die drei Schwestern im Gemüsebeet, Essbare Landschaften

Für das Fachpublikum bietet der Lernort Lebendige Landwirtschaft vertiefende Bildungsangebote rund um das Schwerpunktthema „Biodiversität in der Landwirtschaft“. Im Mittelpunkt stehen dabei die vielfältigen Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung und dem Erhalt biologischer Vielfalt. Die Teilnehmenden erhalten fachliche Impulse, lernen Praxisbeispiele kennen und diskutieren Möglichkeiten, Biodiversität auf landwirtschaftlichen Betrieben gezielt zu fördern.

In diesem Jahr stehen noch drei Seminartage auf dem Programm:

  • Wiesen voller Leben – Biologische Vielfalt im Grünland
  • Genetische Vielfalt erhalten – Alte Nutztierrassen in der Landwirtschaft
  • Strukturreiche Landschaften gestalten – Nutzen und Anlage von Hecken

Für die fachliche Begleitung sorgen Wilhelm Bertram, langjähriger Betriebsleiter und Landwirt auf Hof Luna sowie externe Expert*innen aus Forschung und Praxis, die den Teilnehmenden fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen und bewährte Praxisansätze vermitteln. Die Seminare richten sich insbesondere an Landwirt:innen, Studierende sowie Multiplikator:innen aus Landwirtschaft, sowie Natur- und Umweltschutz.

Weitere Themen und Termine werden auf der Internetseite landlebenev.de bekanntgegeben. Bei Fragen zu den Veranstaltungen wenden Sie sich gerne an die Organisatorinnen Sonja Bach und Jana Benner unter buero@landlebenev.de

Dieses Vorhaben wird/wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.

 

 

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Landschaftsgestaltung und Tierzucht verbinden – Das Ö-Kuh-System auf Hof Luna auf Youtube

Im Rahmen dieser ClimateFarmDemo-Veranstaltung stellt Wilhelm Bertram auf Hof Luna sein Ö-Kuh-System vor, das er über mehr als 40 Jahre entwickelt hat. Im Zentrum stehen eine standortangepasste Milchviehhaltung, extensive Fütterung und die enge Verbindung von Landschaftsgestaltung und Tierzucht. Durch Hecken, Obstbäume und große Artenvielfalt entsteht ein stabiles Ökosystem mit robusten Kühen, effizienter Futterverwertung und hoher Biodiversität. Heute brüten auf den Flächen von Hof Luna über 60 Vogelarten. Das Ö-Kuh-System zeigt, wie Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber Klimawandel und Extremwetter werden kann.

https://youtu.be/Q3YbnZpnucU?si=3cQUER1YsL3gMPN2

Zukunfts-Hilde für LandLeben e.V.

Mit dem Ö-Kuh-System verbinden sich Landschaftsschutz und Landwirtschaft. LandLeben e.V. (der Förderverein für den Hof Luna in Everode) erhält die Zukunftshilde des Netzwerks öko, fair & mehr für den Monat Dezember.

Landwirtschaft und Landschaftsschutz – das ist kein Widerspruch, sondern geht wunderbar zusammen. Der Hof Luna in Everode bei Freden macht es vor: Landwirt Wilhelm Bertram sorgt auf seinem Hof nicht nur für gute Erträge und produziert gesunde Lebensmittel, er hat es auch geschafft, in den vergangenen 35 Jahren die Artenvielfalt auf seinem Land kontinuierlich zu steigern.

Viel Arbeit und Geld war anfangs nötig, um den ehemaligen Familienbetrieb auf die neue Art der Bewirtschaftung umzustellen und die Landschaft umzugestalten. Dabei haben Menschen aus dem Ort und der Region geholfen, die von der ökologischen Landwirtschaft überzeugt waren. Sie gründeten einen Förderverein, den Verein LandLeben e.V., der den Landwirt bis heute tatkräftig unterstützt. Dafür gab es jetzt die Auszeichnung Zukunftshilde im Dezember vom Netzwerk öko, fair & mehr. Das Netzwerk setzt sich ein für Klimaschutz, fairen Handel und globale Gerechtigkeit. Mit der Zukunftshilde wird die Leistung von Gruppen und Initiativen anerkannt, die sich in der Region um diese Themen verdient gemacht haben.

„Die Umgestaltung der Landschaft dient ja allen, die ist nicht nur für den Bauern allein“, erklärt Ursula Wischer die Beweggründe für die Vereinsgründung. Einige der Unterstützer hätten sogar privat Kredite aufgenommen, um beim Start zu helfen, erzählt sie. Zudem halfen die Mitglieder tatkräftig dabei, mehr als vier Kilometer Hecken sowie eine Obstbaumallee zu pflanzen und mit dem nahen Wald zu vernetzen, was der Vogel- und Insektenwelt sehr zugute kam: 57 Vogelarten wurden bei einer Kartierung entdeckt, darunter 11 von der Roten Liste der bedrohten Arten.

Auf 25 Hektar Land betreibt Hof Luna zusammen mit der Paul-Feindt-Stiftung Wildkräuterschutz. Die Artenvielfalt auf seinen Weiden sei ebenfalls stetig gewachsen, berichtet Wilhelm Bertram, was wiederum das Futter für die Rinder und somit die Qualität der Milch verbessere. All das sei aber ein Jahrzehnte langer Prozess: Landschaft und Landwirtschaft wirken zusammen in einem andauernden Wandel.

Auch für die Zucht seiner Angler Rinder brauchte Wilhelm Bertram einen langen Atem. In diese alte Rasse rotbrauner Rinder hatte er sich sozusagen auf den ersten Blick verliebt. Sie sind besonders gut geeignet, sich veränderten Klimabedingungen anzupassen. Nur noch 200 Tiere habe es in ganz Deutschland gegeben, als er mit der Zucht begann, berichtet Bertram.

Dem Landwirt gelang es, einen möglichst breiten Genpool aufzubauen und er verkauft heute selbst erfolgreich Tiere für die Zucht. Die Zahl der Angler Rinder in Deutschland ist auf 400 gestiegen, er selbst hat eine Herde von 70 Milchkühen. Das Zusammenspiel der Rinder mit der Landschaft auf Hof Luna nennt Wilhelm Bertram Ö-Kuh-System: Die Hecken, die zur Gestaltung der Landschaft gesetzt wurden, bereichern das Futter der Rinder, der untergemischte Strauchschnitt verbessert den Mist als Dünger.

„Ihr seid Pioniere“, sagte Bernd Kolberg als Vertreter der Steuerungsgruppe des Netzwerks öko, fair & mehr bei der Übergabe der Zukunftshilde. „1988 war ökologische Arbeit nicht selbstverständlich, und es gab Widerstand in allen Bevölkerungsgruppen“, erinnerte Gerold Voß vom Vorstand des Vereins LandLeben an die Anfänge.

Mit Hilfe des Vereins hat sich der Hof Luna nach außen geöffnet. Es gibt Führungen und einmal im Monat findet das Regional-Menü mit fünf Gängen statt – „Der Geschmack des Hofes“, wie Gerold Voß es beschreibt. Die landwirtschaftlichen Produkte sind außerdem im Hofladen zu erwerben und jedes Jahr am 3. Oktober findet ein Hoffest statt.

Urkunde Zukunfts-Hilde

Hof Luna erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Das auf Hof Luna von Wilhelm Bertram entwickelte Ö-Kuh-System wurde am Samstag, den 3. Oktober 2020 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biolgische Vielfalt ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in vorbildlicher Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Mehr Informationen zur Auszeichnung finden Sie unter www.undekade-biologischevielfalt.de

Preisverleihung

Preisübergabe

Der Hof Luna siegt beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2020!

Der Hof Luna siegt beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2020!

Wilhelm Bertram ist mit seinem Demeter-Biobetrieb Hof Luna im niedersächsischen Everode für die gesamtbetriebliche Konzeption zum Sieger beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2020 gekürt worden. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner überreichte der Familie Bertram heute auf der Grünen Woche in Berlin die Siegerurkunde. Zudem erhält der Hof Luna ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro. Im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau werden jedes Jahr drei Biobetriebe für besondere Betriebskonzepte und weitergehende Leistungen für den Ökolandbau und die Region ausgezeichnet.

Perfekte Verbindung von Landwirtschaft und Naturschutz
Die Jury überzeugte vor allem die vorbildliche Integration von Tierhaltung, Landschaftsgestaltung und Naturschutz in die Betriebsabläufe. Zudem lobte sie Bertrams Engagement im Ackerwildkräuterschutz und beim Aufbau eines Fördervereins, mit dem er für den Betrieb eine langfristige Perspektive in einem schwierigen Umfeld geschaffen hat.

Schon seit 1987 züchtet Wilhelm Bertram die mittlerweile vom Aussterben bedrohte Milchviehrasse Angler-Alter-Zuchtrichtung. Die roten Kühe sind das Herzstück des von ihm entwickelten „Ö-Kuh-Systems“. Die relativ kleinen und leichten Alten Angler Rinder sind besonders anpassungsfähig und liefern neben qualitativ hochwertigem Fleisch besonders gehaltvolle Milch mit einem Fettgehalt von rund fünf Prozent.
Bertram züchtet die Tiere vor allem auf Gesundheit, Langlebigkeit und auf gute Grundfutterverwertung.

Vier Kilometer Hecken für Kühe und Wildtiere angelegt
Darüber hinaus setzt der Hof Luna auf eine aktive Gestaltung einer lebendigen Landschaft. So wurden in den letzten 30 Jahren zahlreiche Feuchtbiotope und mehr als vier Kilometer Hecke rund um die Flächen des Betriebs angelegt. Davon profitieren neben vielen unterschiedlichen Arten von Insekten, Vögeln und Wildkräutern auch die Rinder. Denn die Kühe fressen Blätter und Äste der Hecken und decken damit ihren Mineralstoffbedarf, was zum Beispiel zu einer optimalen Klauengesundheit beiträgt.

Die aus beim jährlich Heckenschnitt anfallenden Hackschnitzel sind zudem ein wichtiger Bestandteil des selbst hergestellten Mistkompostes, der als Dünger auf den Ackerflächen ausgebracht wird. Der betriebseigne Kompost sorgt für eine kontinuierliche Anhebung des Humusgehaltes im Boden, wodurch klimawirksam C02 gebunden wird.

57 verschiedene Vogelarten!
Das Gesamtkonzept des Ö-Kuh-Systems ermöglicht eine intensive Landwirtschaft bei gleichzeitiger Entwicklung und Förderung der Biodiversität des gesamten ökologischen Systems. So konnten zum Beispiel 2018 im Rahmen einer Brutvogelkartierung der Universität Konstanz 57 verschiedene Vogelarten auf den Flächen von Hof Luna nachgewiesen werden, von denen elf auf der Roten Liste der bedrohten Arten zu finden sind.

<< Hier der Bericht und ein Video www.wettbewerb-oekolandbau.de >>

Zukunfts-Hilde für LandLeben e.V.

Mit dem Ö-Kuh-System verbinden sich Landschaftsschutz und Landwirtschaft. LandLeben e.V. (der Förderverein für den Hof Luna in Everode) erhält die Zukunftshilde des Netzwerks öko, fair & mehr für den Monat Dezember. Landwirtschaft und Landschaftsschutz – das ist...

 

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