Wissen von der Weide 1
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Wissen von der Weide 2
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Wissen von der Weide 4
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Kuhgebundene Kälberaufzucht auf Hof Luna
Seit Ende 2025 haben wir unsere Kälberhaltung umstrukturiert und arbeiten seit diesem Zeitpunkt als Mitglied der
Interessengemeinschaft (IG) Kuhgebundene Kälberaufzucht nach deren Kriterien.
Die kuhgebundene Kälberaufzucht stellt die natürlichen Bedürfnisse von Kuh und Kalb in den Mittelpunkt. Das Tierwohl und die artgerechte Entwicklung der Tiere ist das zentrale Anliegen der kuhgebundenen Kälberaufzucht.
Unser Bestreben war die muttergebundene Kälberaufzucht. Im Verlauf der praktischen Erfahrungen hat sich aber deutlich gezeigt, dass sich die Rasse Angler Rinder Alter Zuchtrichtung nur eingeschränkt für die muttergebundene Kälberaufzucht eignet. Zahlreiche Mutterkühe hatten nach einigen Tagen Probleme bei der Milchabgabe. Sie ließen sich nur schwer melken oder hielten ihre Milch ganz zurück. Dadurch kam es bei einer Vielzahl der Mutterkühe zu einer unzureichenden Euterentleerung und in Folge dessen zu wiederkehrenden Euterentzündungen. Um die Milchabgabe zu ermöglichen und eine ausreichende Euterentleerung sicherzustellen mussten bei den Mutterkühen milchflussauslösende Mittel eingesetzt werden.
Aufgrund dieser Erfahrungen wurde das Aufzuchtsystem angepasst und es wurde eine Kombination aus Mutterkühen und Ammen eingeführt. Die Kälber verbleiben auch weiterhin in den ersten Lebenstagen bei ihren Müttern und wechseln erst dann zu den Ammenkühen.

Dieses System ist für unseren Hof und unsere Kühe besonders praktikabel. Sie ermöglicht in dieser Form eine artgerechte kuhgebundene Kälberaufzucht und gleichzeitig bleibt eine gute Melkbarkeit der Mutterkühe erhalten.
Unsere Kühe und Kälber erhalten – mit Ausnahme der Wintermonate – fast das ganze Jahr über Weidegang. Dadurch werden Bewegung, natürliche Verhaltensweisen und eine robuste Entwicklung der Kälber ermöglicht.
Wenn Kuh und Kalb zufrieden sind, wenn sie gesund und gemeinsam über die Weide gehen, dann wird aus der täglichen Arbeit eine Verbindung zwischen Mensch und Tier, die uns als Team Hof Luna bereichert.
Für uns bedeutet die kuhgebundene Kälberaufzucht mehr als eine Veränderung im Stall. Sie ist Ausdruck unserer Haltung gegenüber unseren Tieren.
Der Lernort Lebendige Landwirtschaft erweitert sein Programm
Auf Hof Luna in Everode werden schon seit bald 10 Jahren am Lernort Lebendige Landwirtschaft die unterschiedlichsten Umwelt-Bildungsformate angeboten. Der vielseitige Landwirtschaftsbetrieb mit alten Nutztierrassen, artenreichem Acker- und Grünland sowie zahlreichen Landschaftselementen verbindet ökologische Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung und Naturschutz miteinander und bietet damit einen praxisnahen Lern- und Erfahrungsraum für Menschen jeden Alters. Von Tagesworkshops bis zu mehrwöchigen Kursprogrammen, von der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte bis zur gärtnerischen Selbstversorgung ist für viele Interessierte etwas dabei.
Nun startet der Lernort mit dem Projekt „Vom Wissen zum Handeln – Bildungsimpulse für die Landwirtschaft in Niedersachsen“ ein neues bauernhofpädagogisches Programm. Das vom Landesministerium für Landwirtschaft geförderte Projekt umfasst 10 Tagesangebote für Familien mit Kindern und 6 Seminartage für interessiertes Fachpublikum.
Bei den Angeboten für Familien werden mit spielerischer Freude landwirtschaftliche Themen erfahrbar gemacht. Kinder und ihre Begleitpersonen erhalten die Möglichkeit, Landwirtschaft mit allen Sinnen kennenzulernen, eigene Erfahrungen auf dem Bauernhof zu sammeln und Zusammenhänge zwischen Lebensmitteln, Natur und landwirtschaftlicher Arbeit zu entdecken. Dabei stehen praktische Aktivitäten, gemeinsames Ausprobieren und unmittelbare Begegnungen mit Tieren, Pflanzen und landwirtschaftlichen Produkten im Vordergrund. Ziel ist es, Wissen über die Herkunft unserer Lebensmittel zu vermitteln und gleichzeitig die Wertschätzung für Landwirtschaft und Natur zu stärken.
Termine und Themen für Familien:
- 16.08.26 Ähre, Mehl und Brot
- 13.09.26 Jetzt geht´s um die Milch
- 01.11.26 Von Apfel und Saft
- 22.11.26 Filzen im Schafstall
- 13.12.26 Advent im Stroh
Weitere Themen im kommenden Jahr: Jetzt geht´s um die Milch II, Vom Huhn zum Ei, Wo die Bienen summen, Die drei Schwestern im Gemüsebeet, Essbare Landschaften
Für das Fachpublikum bietet der Lernort Lebendige Landwirtschaft vertiefende Bildungsangebote rund um das Schwerpunktthema „Biodiversität in der Landwirtschaft“. Im Mittelpunkt stehen dabei die vielfältigen Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung und dem Erhalt biologischer Vielfalt. Die Teilnehmenden erhalten fachliche Impulse, lernen Praxisbeispiele kennen und diskutieren Möglichkeiten, Biodiversität auf landwirtschaftlichen Betrieben gezielt zu fördern.
In diesem Jahr stehen noch drei Seminartage auf dem Programm:
- Wiesen voller Leben – Biologische Vielfalt im Grünland
- Genetische Vielfalt erhalten – Alte Nutztierrassen in der Landwirtschaft
- Strukturreiche Landschaften gestalten – Nutzen und Anlage von Hecken
Für die fachliche Begleitung sorgen Wilhelm Bertram, langjähriger Betriebsleiter und Landwirt auf Hof Luna sowie externe Expert*innen aus Forschung und Praxis, die den Teilnehmenden fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen und bewährte Praxisansätze vermitteln. Die Seminare richten sich insbesondere an Landwirt:innen, Studierende sowie Multiplikator:innen aus Landwirtschaft, sowie Natur- und Umweltschutz.
Weitere Themen und Termine werden auf der Internetseite landlebenev.de bekanntgegeben. Bei Fragen zu den Veranstaltungen wenden Sie sich gerne an die Organisatorinnen Sonja Bach und Jana Benner unter buero@landlebenev.de
Dieses Vorhaben wird/wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.



Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Landwirtschaft im Wandel: Auf dem Hof Luna tut sich was
Der Umbruch in der Landwirtschaft geht auch an dem biologisch wirtschaftenden Hof in Everode nicht spurlos vorbei. Zudem ist ein Prozess zur Hofnachfolge im Gange. Für Kunden gibt es einiges, das neu ist.
Landschaftsgestaltung und Tierzucht verbinden – Das Ö-Kuh-System auf Hof Luna auf Youtube
Im Rahmen dieser ClimateFarmDemo-Veranstaltung stellt Wilhelm Bertram auf Hof Luna sein Ö-Kuh-System vor, das er über mehr als 40 Jahre entwickelt hat. Im Zentrum stehen eine standortangepasste Milchviehhaltung, extensive Fütterung und die enge Verbindung von Landschaftsgestaltung und Tierzucht. Durch Hecken, Obstbäume und große Artenvielfalt entsteht ein stabiles Ökosystem mit robusten Kühen, effizienter Futterverwertung und hoher Biodiversität. Heute brüten auf den Flächen von Hof Luna über 60 Vogelarten. Das Ö-Kuh-System zeigt, wie Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber Klimawandel und Extremwetter werden kann.
https://youtu.be/Q3YbnZpnucU?si=3cQUER1YsL3gMPN2

NDR Film Hof Luna
TV Leinebergland filmt auf Hof Luna
Der Hof Luna siegt beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2020!
Perfekte Verbindung von Landwirtschaft und Naturschutz
Die Jury überzeugte vor allem die vorbildliche Integration von Tierhaltung, Landschaftsgestaltung und Naturschutz in die Betriebsabläufe. Zudem lobte sie Bertrams Engagement im Ackerwildkräuterschutz und beim Aufbau eines Fördervereins, mit dem er für den Betrieb eine langfristige Perspektive in einem schwierigen Umfeld geschaffen hat.
Schon seit 1987 züchtet Wilhelm Bertram die mittlerweile vom Aussterben bedrohte Milchviehrasse Angler-Alter-Zuchtrichtung. Die roten Kühe sind das Herzstück des von ihm entwickelten „Ö-Kuh-Systems“. Die relativ kleinen und leichten Alten Angler Rinder sind besonders anpassungsfähig und liefern neben qualitativ hochwertigem Fleisch besonders gehaltvolle Milch mit einem Fettgehalt von rund fünf Prozent.
Bertram züchtet die Tiere vor allem auf Gesundheit, Langlebigkeit und auf gute Grundfutterverwertung.
Vier Kilometer Hecken für Kühe und Wildtiere angelegt
Darüber hinaus setzt der Hof Luna auf eine aktive Gestaltung einer lebendigen Landschaft. So wurden in den letzten 30 Jahren zahlreiche Feuchtbiotope und mehr als vier Kilometer Hecke rund um die Flächen des Betriebs angelegt. Davon profitieren neben vielen unterschiedlichen Arten von Insekten, Vögeln und Wildkräutern auch die Rinder. Denn die Kühe fressen Blätter und Äste der Hecken und decken damit ihren Mineralstoffbedarf, was zum Beispiel zu einer optimalen Klauengesundheit beiträgt.
Die aus beim jährlich Heckenschnitt anfallenden Hackschnitzel sind zudem ein wichtiger Bestandteil des selbst hergestellten Mistkompostes, der als Dünger auf den Ackerflächen ausgebracht wird. Der betriebseigne Kompost sorgt für eine kontinuierliche Anhebung des Humusgehaltes im Boden, wodurch klimawirksam C02 gebunden wird.
57 verschiedene Vogelarten!
Das Gesamtkonzept des Ö-Kuh-Systems ermöglicht eine intensive Landwirtschaft bei gleichzeitiger Entwicklung und Förderung der Biodiversität des gesamten ökologischen Systems. So konnten zum Beispiel 2018 im Rahmen einer Brutvogelkartierung der Universität Konstanz 57 verschiedene Vogelarten auf den Flächen von Hof Luna nachgewiesen werden, von denen elf auf der Roten Liste der bedrohten Arten zu finden sind.
<< Hier der Bericht und ein Video www.wettbewerb-oekolandbau.de >>
Hof Luna
Im Siek 10 | 31084 Freden, OT Everode
hof-luna@t-online.de | www.hof-luna.de



